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Neuroophthalmologie

Idiopathische intrakranielle Hypertension (IIH)

Erhöhter Druck im Schädelinneren ohne Tumor, der die Sehnerven unbemerkt schädigen kann. Am häufigsten bei jungen Frauen mit Übergewicht. Ein früher Arztbesuch rettet das Sehen.

Idiopathische intrakranielle Hypertension (IIH) ist ein Zustand, bei dem der Druck im Schädelinneren ohne Tumor oder eine andere offensichtliche Ursache ansteigt. Am häufigsten betrifft sie junge Frauen mit Übergewicht und ist gefährlich, weil sie die Sehnerven unbemerkt schädigen kann. Ein frühzeitiger Arztbesuch bietet die beste Chance, das Sehvermögen zu erhalten.

Was intrakranielle Hypertension ist

Das Gehirn ist von Hirnwasser umgeben, das im Schädelinneren einen bestimmten Druck erzeugt. Bei der idiopathischen intrakraniellen Hypertension steigt dieser Druck an, obwohl die Ärzte weder einen Tumor noch eine Blutung noch eine Entzündung finden. Das Wort «idiopathisch» bedeutet, dass die genaue Ursache unbekannt ist. Der erhöhte Druck drückt auf die Sehnerven und auf Hirnstrukturen, weshalb die wichtigsten Anzeichen Kopfschmerzen und Sehstörungen sind. Der Zustand wird auch «gutartige intrakranielle Hypertension» genannt, doch dieser Name ist irreführend: Ohne Behandlung kann die Erkrankung zu einem dauerhaften Sehverlust führen.

Ursachen und Risikofaktoren

  • Weibliches Geschlecht und ein Alter zwischen 20 und 45 Jahren — die grösste Patientengruppe.
  • Übergewicht und eine rasche Gewichtszunahme.
  • Bestimmte Medikamente: Vitamin-A-Präparate im Übermass, einzelne Antibiotika (Tetrazykline), Hormonpräparate, Kortikosteroide bei ihrem plötzlichen Absetzen.
  • Endokrine Störungen und ein gestörtes Hormongleichgewicht.
  • Gestörter Abfluss des venösen Blutes aus dem Gehirn.
  • Erbliche Veranlagung und einige chronische Erkrankungen.

Symptome

  • Ein anhaltender oder zunehmender Kopfschmerz, der sich oft morgens oder beim Bücken verstärkt.
  • Kurzzeitige Sehtrübungen — das Sehen «verschwimmt» für einige Sekunden, besonders beim Aufstehen.
  • Ein pulsierendes Geräusch in den Ohren, das im Takt des Herzschlags schlägt.
  • Doppelbilder durch eine Schwäche des Muskels, der das Auge nach aussen zieht (Lähmung des VI. Hirnnervs).
  • Schmerzen hinter den Augen, die sich bei Augenbewegungen verstärken.
  • Eine allmähliche Einengung des Gesichtsfeldes, die der Patient lange nicht bemerkt.
  • Übelkeit, manchmal Erbrechen bei starken Kopfschmerzen.

Warum dies ein neuroophthalmologischer Zustand ist

Die intrakranielle Hypertension liegt an der Grenze zwischen Neurologie und Augenheilkunde, denn der erhöhte Druck trifft zuerst die Sehnerven. Bei der Untersuchung des Augenhintergrunds sieht der Arzt eine Schwellung der Sehnervenköpfe — die sogenannte Stauungspapille. Das Auge selbst ist dabei gesund, die Ursache liegt im Gehirn, weshalb den Zustand am besten ein Neuroophthalmologe beurteilen kann — ein Facharzt, der Wissen über die Augen und das Nervensystem verbindet. Er stellt fest, wie stark das Sehen betroffen ist, verfolgt den Verlauf und überweist rechtzeitig zur richtigen Behandlung, solange die Veränderungen noch umkehrbar sind.

Diagnostik

  • MRT des Gehirns — um einen Tumor, eine Blutung und andere Ursachen des erhöhten Drucks auszuschliessen.
  • MR-Venographie — zur Beurteilung des Blutabflusses über die venösen Hirnsinus.
  • Lumbalpunktion — die direkte Messung des Hirnwasserdrucks und eine Analyse seiner Zusammensetzung.
  • Untersuchung des Augenhintergrunds zum Nachweis geschwollener Sehnervenköpfe.
  • Perimetrie — eine Gesichtsfelduntersuchung, die frühe Ausfälle zeigt.
  • Optische Kohärenztomographie (OCT) — eine genaue Messung der Schwellung und der Sehnervendicke im Verlauf.

Behandlung

Das Hauptziel der Behandlung ist es, den Druck im Schädelinneren zu senken und das Sehvermögen zu erhalten. Die Ärzte verordnen Medikamente, die die Bildung von Hirnwasser verringern, und Patienten mit Übergewicht wird eine schrittweise Gewichtsabnahme empfohlen, die den Zustand deutlich verbessert. In schwierigeren Fällen werden wiederholte Lumbalpunktionen oder Operationen durchgeführt, um die Flüssigkeit abzuleiten oder den Druck vom Sehnerv zu nehmen. Am wichtigsten ist ein frühzeitiger Arztbesuch: Je schneller die Behandlung beginnt, desto grösser ist die Chance, das Sehen vollständig zu erhalten. Der Patient sollte regelmässig Perimetrie und OCT durchführen lassen, damit der Arzt sieht, ob der Druck unter Kontrolle bleibt.

Wann Sie sofort einen Arzt aufsuchen sollten

Suchen Sie sofort Hilfe, wenn sich zusammen mit Kopfschmerzen Ihr Sehvermögen rasch verschlechtert, anhaltende Sehtrübungen auftreten, sich das Gesichtsfeld stark verengt, ständige Doppelbilder entstehen oder das Sehen plötzlich dunkler wird. Solche Anzeichen bedeuten, dass der Sehnerv bedroht ist, und ein Aufschub kann zu unumkehrbarer Erblindung führen. Es ist besser, auf Nummer sicher zu gehen und noch am selben Tag zum Arzt zu gehen.

Die Deutsche Augenklinik hilft Ihnen, die Ursachen des erhöhten Drucks zu klären und Ihr Sehvermögen zu schützen. Rufen Sie unter 0 800 507 670 an oder besuchen Sie die Seite der Leistung «Beratung durch einen Neuroophthalmologen».

Vira Vasjuta
Medizinisch geprüft von
Doktorin der Medizinwissenschaften, Ärztin der höchsten Kategorie, Neuroophthalmologin
Leiterin der Ukrainischen Gesellschaft für Neuroophthalmologie

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