Stauungspapille (Schwellung der Sehnervenpapille) ist eine Schwellung des Bereichs, an dem der Sehnerv ins Auge eintritt. Sie tritt meist gleichzeitig auf beiden Seiten auf, verursacht durch einen erhöhten Druck im Schädelinneren. Es handelt sich nicht um eine eigenständige Augenerkrankung, sondern um ein wichtiges Warnzeichen dafür, dass im Kopf etwas Ernstes geschieht und eine dringende Untersuchung nötig ist.
Was eine Stauungspapille ist
Die Sehnervenpapille ist die Stelle, an der der Nerv, der das Bild vom Auge zum Gehirn überträgt, mit dem Auge verbunden ist. Wenn der Druck der Flüssigkeit im Schädelinneren steigt, überträgt er sich entlang der Hüllen des Nervs und lässt ihn anschwellen. Der Arzt sieht diese Schwellung bei der Untersuchung des Augenhintergrunds. Der Vorgang ist in der Regel beidseitig. Eine lang anhaltende Schwellung schädigt die Nervenfasern nach und nach, daher ist es wichtig, die Ursache so schnell wie möglich zu finden und zu beseitigen.
Ursachen
- Hirntumoren, die auf Strukturen im Schädelinneren drücken.
- Idiopathische intrakranielle Hypertension — erhöhter Druck ohne erkennbare Ursache, häufiger bei jungen Frauen mit Übergewicht.
- Thrombose der venösen Blutleiter des Gehirns (gestörter Blutabfluss).
- Hydrozephalus — übermäßige Ansammlung von Hirnflüssigkeit.
- Blutung oder Entzündung der Hirnhäute (Meningitis).
- Bestimmte Medikamente, die den Hirndruck erhöhen.
Symptome
- Kurze Sehstörungen von wenigen Sekunden, oft beim Bücken oder beim Wechsel der Körperlage.
- Kopfschmerzen, die morgens, beim Husten oder beim Pressen stärker werden.
- Übelkeit und Erbrechen.
- Ein pulsierendes Geräusch in den Ohren, ähnlich dem Herzschlag.
- Doppelbilder.
- Allmähliche, bleibende Sehverschlechterung, wenn der Zustand lange ohne Behandlung anhält.
Warum dies ein neuroophthalmologischer Zustand ist
Das Auge leidet hier nicht aus sich selbst heraus — die Schwellung der Papille ist Folge eines Problems im Schädelinneren. Deshalb braucht man einen Arzt, der zugleich das Auge und das Nervensystem gut kennt. Genau damit befasst sich ein Neuroophthalmologe. Er beurteilt den Zustand des Sehnervs und das Gesichtsfeld und sucht gleichzeitig nach der Ursache des erhöhten Drucks, indem er den Patienten zu den nötigen Untersuchungen und zu benachbarten Fachärzten (Neurologe, Neurochirurg) überweist.
Diagnostik
- Untersuchung des Augenhintergrunds zur Beurteilung der Papillenschwellung an beiden Augen.
- Prüfung des Gesichtsfelds (Perimetrie) — die Schwellung engt oft das seitliche Sehen ein.
- Optische Kohärenztomografie (OCT) zur genauen Messung der Schwellung und des Zustands der Nervenfasern.
- MRT des Gehirns und MR-Venografie — um einen Tumor, eine Thrombose oder andere Ursachen zu finden.
- Lumbalpunktion zur direkten Messung des Hirndrucks (in manchen Fällen).
Behandlung
Die Behandlung richtet sich immer nach der Ursache. Handelt es sich um einen Tumor, ist eine Operation oder eine andere Behandlung beim Neurochirurgen nötig. Bei idiopathischer intrakranieller Hypertension werden Medikamente verordnet, die die Flüssigkeitsbildung verringern, außerdem wird eine Gewichtsabnahme empfohlen; manchmal wird ein Shunt gelegt. Bei einer Thrombose kommt eine blutverdünnende Therapie zum Einsatz. Das Wichtigste ist, sich früh in Behandlung zu begeben. Solange der Nerv noch keinen bleibenden Schaden erlitten hat, lässt sich das Sehvermögen vollständig erhalten. Je länger die Schwellung ohne Behandlung anhält, desto höher ist das Risiko eines dauerhaften Sehverlusts. Deshalb erfordert jede Papillenschwellung eine rasche Klärung der Ursache.
Wann Sie sofort ärztliche Hilfe suchen sollten
Suchen Sie sofort Hilfe, wenn bei Ihnen starke oder ungewöhnliche Kopfschmerzen zusammen mit Sehstörungen, Übelkeit und Erbrechen, Doppelbildern, einem pulsierenden Geräusch in den Ohren oder einer Verschlechterung des Sehens auftreten. Die Kombination dieser Zeichen kann auf einen gefährlichen Anstieg des Hirndrucks hinweisen, bei dem ein Aufschub Sehvermögen und Gesundheit bedroht.
Deutsche Augenklinik, Telefon 0 800 507 670, Seite der Leistung „Konsultation beim Neuroophthalmologen“.